Schattenseiten des Mitgefühls

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"Empathie hat ein blendendes Image: Sich in andere hineinzuversetzen, gilt als Grundlage von Fairness und Hilfsbereitschaft. Einige Forscher zweifeln allerdings an dieser Sichtweise.

Im September 2015 ging ein Bild um die Welt. Nicht etwa, weil es so schön anzuschauen ist, sondern im Gegenteil, weil es fast jedem, der es betrachtet, unweigerlich Tränen in die Augen treibt. Aufgenommen hat es die Fotografin Nilüfer Demir am Strand nahe Bodrum in der Türkei. Es zeigt einen toten Jungen, den dreijährigen Aylan Kurdi, der auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien im Mittelmeer ertrank und an Land gespült wurde.

Dieses Bild weckt Empathie pur. Die Tragik von Aylans kurzem Leben, der Schmerz der Hinterbliebenen (nur der Vater überlebte das Kentern des Flüchtlingsboots, Aylans Bruder und seine Mutter starben ebenfalls) kriechen einem buchstäblich unter die Haut. Das verdeutlicht, was empathisches Mitgefühl oft ausmacht: Es ist längst nicht immer angenehm, sondern kann regelrecht weh tun, gerade beim Anblick fremden Leids. Und wir können uns ihm oft kaum verschließen, es überkommt uns einfach – es sei denn, wir sehen weg…"

(Gefunden auf spektrum.de vom 04.08.2017)

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